FRAU KATHE 

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Frau Dora Kathe, geb 189. schreibt 1903 über das Rosenthaler Erntefest


 

Wir wohnten nun in Wilhelmsruh, einem nördlichen Vorort, der noch im Wachsen war.

Dort gab es weder eine Schule noch eine Kirche. Wir Schulpflichtigen hatten einen weiten

Weg bis zur Dorfschule nach Rosenthal, links und rechts nur Felder. Im Winter führte unser Weg oft zwischen hohen Schneemassen hindurch.

Einmal im Jahr, ich glaube es war zum Erntedankfest, wurden auf einem großen Platz ein Karussell und viele Buden aufgebaut. Es gab allerlei Naschwerk zu kaufen und man konnte würfeln und etwas gewinnen. Wir drei Ältesten durften hingehen, jeder bekam 20 Pfennige. Ich sah mir erst alles einmal an und stellte fest, daß der Einsatz meist 10 Pfennig war, nur an einer Bude konnte man für 5 Pfennige würfeln. Das war das richtige für mich und siehe:

Ich gewann eine Schale aus gepreßtem Glas, beinahe wie Kristall, die Jahrzehnte bei uns als Würfelzuckerdose diente. Karussellfahren kostete 10 Pfennige, einmal genügte mir, denn mir wurde leicht schwindelig.

Mit vielen neuen Eindrücken kehrten wir nachhause zurück.

 

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